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Wt 2 Die Kunst Des Loslassens Mp4

Dr. Alexandra Kleeberg

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Die Kunst des Loslassens

Jede Nacht üben wir etwas, das wir tagsüber oft verlernt haben: Loslassen. In dieser Folge verbinde ich die faszinierende Welt der griechischen Mythologie mit den Erkenntnissen moderner Schlafforschung und zeige, warum Schlaf weit mehr ist als Erholung. Von Hypnos, dem Gott des Schlafs, bis zu den Gehirnwellen unserer Nacht – eine Reise durch Bewusstsein, Träume und die Kunst, die Kontrolle abzugeben. Mehr Impulse und Hintergründe findest du auf www.collectivehealing.com

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— Dr. Alexandra Kleeberg —

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SPEAKER_00

Hallo, ich möchte dir heute was über den Schlaf erzählen und warum er so, so, so wichtig ist für Regeneration, für Regulierung, für Heilung und natürlich auch für Selbstheilung. Die alten Griechen, das ist tausende von Jahren her, nannten den Schlaf, Hypnos, den kleinen Tod Thanatos. Und die Hirnforschung bestätigt heute, die hatten völlig recht, schon vor zigtausenden von Jahren. Nämlich wenn du einschläfst, passiert etwas, was uns eigentlich normal, selbstverständlich ist. Es verschwindet das Ich. Die Stimmen im Kopf werden leiser, das Zeitgefühl löst sich auf. Und das ganze Bewusstsein, eigentlich unsere Identität, zieht sich zurück. Und das Verrückteste, genau in diesem Moment, kann Heilung beginnen. Und zwar nicht dann, wenn wir kontrollieren und nicht dann, wenn wir optimieren und nicht dann, wenn wir noch schnell irgendwas erledigen. Und auch nicht dann, wenn du deine Schlaf-App checkst. Regeneration beginnt dann, wenn wir loslassen. Und jede Nacht üben wir genau das, was uns eigentlich schwerfällt, nämlich Kontrolle abzugeben. Die alten Griechen, finde ich, verstanden das erstaunlich gut. Wie gesagt, sie kannten Hypnos, den Gott des Schlafes, und er lebte in einer dunklen Höhle in der Unterwelt. Durch diese Höhle floss der Fluss Lete, das Wasser des Vergessens. Wer daraus trank, vergaß sein Leben. Schlafmohn wuchs an den Ufern und die Sonne erreichte diesen Ort nie. Ist das nicht eine irre Geschichte? Und dieser Hypnos hatte einen Bruder, nämlich Thanatos den Tod. Und Hypnos und Thanatos waren keine Feinde, sondern eigentlich eher Zwillinge. Der eine besuchte uns jede Nacht, der andere nur einmal, so vermuten wir. Der Schlaf war deshalb für die alten Griechen kein simpler biologischer Zustand. Er war ein Übergang, ein zeitweise Verschwinden unserer alltäglichen Identität. Und lange, lange, lange Jahrtausende klang das wie Mythologie, bis die Neurowissenschaft begann zu messen, was nachts wirklich in unseren Gehirnen passiert. Und das ist schon 100 Jahre her, nämlich 1924, da schloss der deutsche Psychiater Hans Berger erstmals Elektroden an einen menschlichen Schädel an und deckte etwas total Revolutionäres. Nämlich unser Gehirn spricht in Wellen, in Rhythmen, in Frequenzen, in elektrischen Mustern. Und es ist keine Esoterik. Je nachdem also, ob wir wach sind und entspannt oder träumend oder ob wir tief schlafen, verändert sich sozusagen diese innere Musik komplett. Tagsüber, das weißt du vielleicht, dominiert Beta. Das sind schnelle Gehirnwellen, Aktivität, Fokus, Entscheidungen, Reize, Stress. Das ist der Modus, in dem wir arbeiten, indem wir Nachrichten beantworten, indem wir Probleme lösen und vielleicht auch Multitasking versuchen, alles gleichzeitig zu koordinieren. Viele Menschen, die bleiben in diesem Beta-Modus, häufig auch wenn sie zum Bett gehen. Und vielleicht kennst du das, du liegst abends im Bett und das Gehirn läuft weiter. Du führst die Gespräche, die du vielleicht als therapeutisch Tätige gehabt hast oder als Mensch in sozialen Beziehungen, die führst du weiter. Oder du denkst an Aufgaben, an Rechnungen, ans Finanzamt oder an irgendwas, was du morgen tun sollst. Dein Körper liegt bereits im Bett. Und das Gehirn ist eben noch im Büro oder in der Praxis oder sonst wo. Und genau deshalb können viele Menschen nicht einschlafen, weil Kontrolle nicht einfach abgeschaltet werden kann. Wenn wir das aber können, dann beginnt der langsame Übergang Alpha, der Zustand zwischen Aktivität und Ruhe. Vielleicht kennst du dieses Gefühl, du sitzt am Fenster eines Zuges, du schaust aus dem Auto, du hörst Regen oder du liegst einfach still da und merkst plötzlich, wie Gedanken langsamer werden. Und auch in Beziehungen, Begegnungen mit Menschen ist das wirklich ein fruchtbarer Zustand, Alpha. Nämlich unser Gehirn entspannt sich. Die Wahrnehmung wird weiter. Kreativität entsteht oft genau hier. Und das ist ganz wichtig in der Arbeit mit Menschen. Und zwar nicht durch Anstrengung, sondern durch weniger Anstrengung. Und wenn wir dann noch tiefer gleiten, dann kommt Täter. Es gibt therapeutische Verfahren, die arbeiten in Tätern. Das ist dieser Bereich zwischen Wachsein und Schlaf. Und genau hier beginnen diese merkwürdigen, halblogischen Gedanken, da tauchen Bilder auf, Fragmente. Und manchmal erschrecken wir uns plötzlich und zucken irgendwie zusammen, als wenn wir fallen würden. Und was tut unser Gehirn? Es testet da schon bereits, wie wir loslassen. Und viele kreative Menschen, aber auch Therapeuten nutzen genau diesen Zustand bewusst. Thomas Edison, der Erfinder der Glühbirne, so wird gesagt, der soll mit Metallkugeln in der Hand eingeschlafen sein. Und sobald er in diesen Zwischenzustand glitt und die Muskeln locker wurden, fielen die Kugeln auf den Boden und weckten ihn wieder auf. Und danach schrieb er seine Ideen auf. Also das ist auch eine Möglichkeit, wenn du kreativ sein willst, wenn du Probleme losen willst. Nimm dir zwei Metallkugeln. Dann kannst du Zugang zu deinen kreativsten Gedanken bekommen. Und dann irgendwann, wenn wir noch tiefer sinken, kommt Delta. Das ist der Tiefschlaf. Die langsamsten und stärksten Gehirnwellen überhaupt. Und ich habe in meinen Gruppen während der Imaginationen häufig auch Menschen, die schlafen. Und in diesem Schlaf gibt es kein bewusstes Ich mehr. Sie hören vielleicht noch so meine Stimme im Hintergrund, aber eigentlich sind sie schon weggetaucht. Es gibt keine Selbstgespräche, es gibt keine Sorgen, keine Identität, kein Zeitgefühl. Neurologisch betrachtet sind wir dann fast verschwunden. Und was das Geniale ist, dass der Körper beginnt fast intensiver als am Tag zu arbeiten. Und richtig genial, das Immunsystem repariert Schäden, Wachstumshormone werden ausgeschüttet, Zellen regenerieren sich, Erinnerungen werden sortiert. Ja, das Gehirn reinigt sich selbst. Und das sind vielleicht diese Heinzelmännchen im Schlaf, nämlich während wir nichts tun, geschieht alles Wesentliche ganz von alleine. Und darin liegt eine tiefe Wahrheit, die weit über den Schlaf hinausgeht. Wir heilen nicht durch maximale Kontrolle, sondern eben durch die Fähigkeit, sie loszulassen. Und das gilt nicht nur für nachts. Du kennst das vielleicht auch am Tage, aus dem Alltag, du stehst unter der Dusche, du sitzt auf dem Klo, du wartest, bis der Kaffee durchläuft, du gehst spazieren. Genau dann, wenn du krampfhaft aufhörst, nach einer Lösung zu suchen, dann öffnet sich was im Gehirn. Und emotionale Heilung funktioniert eigentlich ähnlich. Zum Beispiel bei Trauer, bei Stress, bei Überforderung. Je stärker wir versuchen, alles festzuhalten, zu kontrollieren, desto mehr verkrampft sich das System, der Körper sowieso, aber auch das Gehirn arbeitet in Grübelschleifen. Eigentlich brauchen wir das, was unserer modernen Leistungskultur völlig widerspricht, nämlich Hingabe. Nicht Passivität, nicht Aufgabe, sondern Hingabe. Vertrauen und ein gesunder Schlaf ist im Grunde genommen Vertrauen. Wir verlieren freiwillig unser Bewusstsein und hoffen, am nächsten Morgen wieder aufzuwachen. Eigentlich ziemlich verrückt, wenn wir darüber nachdenken, oder? Und trotzdem tun wir es jeden Abend. Wir lassen uns sinken in Vater Schlaf. Vielleicht ist der Schlaf deshalb auch einer der ehrlichsten Zustände überhaupt. Es gibt keine Rollen, keine Normen, keine Formen. Und es funktioniert plötzlich nichts mehr über Leistung. Es funktioniert nichts mehr über Disziplin, nichts über Produktivität, nichts über Optimierung. Ja, wir können einen Schlaf nicht erzwingen. Und das kennt, glaube ich, jeder, der mal versucht hat, verzweifelt einzuschlafen, befindet sich in einem Paradox. Je mehr wir es wollen und kontrollieren wollen, desto weniger funktioniert es. Die alten Griechen, finde ich, waren ganz schön schlau. Deshalb machten sie Hypnos zu einem Gott, nämlich zu etwas, was größer ist als wir, was wir nicht kontrollieren können. Etwas, das kommt, wenn wir bereit sind, loszulassen. Und die wichtigste Schlafregel ist die Fähigkeit, das eigene Ich für ein paar Stunden loszulassen. Denn genau dort beginnt Regeneration. Nicht in Kontrolle, das habe ich schon gesagt, sondern in Hingabe. Und zwar jede Nacht können wir das üben. Welle für Welle für Welle. Bis wir dann morgens zurückkehren. Vielleicht nicht als genau derselbe Mensch, sondern als jemand, der verarbeitet, verbunden und eigentlich repariert wurde. Und ich finde, das ist das Schönste am Schlaf, dass etwas in uns tief weiß, wie Heilung gelingen kann. Nämlich dann, wenn wir aufhören, uns einzumischen. Das klingt jetzt alles so leicht. Psychologisch, psychotherapeutisch würde ich dir empfehlen, und du kannst es auch deiner Klientel, deinem Gegenüber empfehlen, immer mal wieder im Laufe des Tages dich hinzugeben, ein paar Minuten die Augen zu schließen und vielleicht von Beta in Alpha in Theta zu sinken. Ich mache das ganz häufig, wenn ich drei, vier Stunden mit Menschen gearbeitet habe, dann mache ich so einen Kurzschlaf von 20 Minuten, einer halben Stunde und danach wache ich regeneriert auf, auch wenn ich vorher fix und fertig war. Und ich würde dir empfehlen, nicht vor der Nacht den Schlaf zu üben, sondern wie gesagt immer mal wieder im Laufe des Tages, aber nur kurz, dass wir lernen, einzutauchen, aufzutauchen, einzutauchen, aufzutauchen. Und wenn du nicht schlafen kannst tagsüber, dann schau welche Bilder kommen oder mal sie auf. Nutze eine andere Technik als das Denken, um mit deinem Unbewussten in Kontakt zu kommen. Tu es für dich, bring es deiner Klientel bei. Denn ein gesunder Schlaf ist grundlegend wichtig für Gesundheit, für mitmenschliches Miteinander und für Lebensfreude. In diesem Sinne auf geht's von ganzem Herzen, Alexandra. Ro Diamant, kantig und kraftvoll. Abonniere und teile gerne kollective.com