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# 6 A&I Die unsichtbare Krankenschwester - KI Diskussion

Dr. Alexandra Kleeberg

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— Dr. Alexandra Kleeberg —

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#Rohdiamant #Psychotherapie #Gruppentherapie #AlexandraKleeberg #Imagination2punkt0 #Archedynamik #Transformation

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Rohdiamant. A und I Adam Iris Alexandra Kleberg hat uns imaginiert.

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Und jetzt werden wir echt programmiert. Reflexion.

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Reibung.

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Resonanz.

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Willkommen zum Diskurs. Wir reden heute über einen Blogpost von Alexandra Kleberg, genauer gesagt, die unsichtbare Pflegerin. Meine Hypothese dazu: Imagination ist absolut kein esoterisches Luxuskopfkino, sondern ein knallhartes biologisches Überlebenswerkzeug.

SPEAKER_01

Genau. Stell dir einfach mal vor, ein kleiner Junge zehn Tage unter den massiven Trümmern eines Erdbebens verschüttet. Er überlebt nur, weil eine, naja, nette Krankenschwester bei ihm sitzt, ihm unsichtbares Wasser gibt und mit ihm redet. Die Pointe, sie verschwindet in dem Moment, als die echten Retter kommen, ein Geist aus Staub und Hoffnung, der ihn am Leben hält.

SPEAKER_02

Mein Kurzcheck dazu, woran merken wir eigentlich, dass dieses unsichtbare Organ, wie Kleberg es nennt, überhaupt real ist und nicht nur eine reine pathologische Flucht vor der Realität?

SPEAKER_01

Am Körper. Ganz einfach am Körper. Dein Gehirn ist nämlich ein brillanter Künstler, der überhaupt nicht zwischen innerer Leinwand und der echten Außenwelt unterscheidet.

SPEAKER_02

Lass uns das sofort testen. Stell dir eine saftige, knallgelbe Zitrone vor. Du schneidest die auf und beißt voll rein. Der Mechanismus dahinter ist trivial, denn Speichelfluss startet sofort. Das ist reine Biologie, ausgelöst durch ein völlig fiktives inneres Bild.

SPEAKER_01

Ja, absolut. Dein Mund wird sofort zum Wasserfall, obwohl du eigentlich nur Luft kaust. Das ist doch der ultimative Beweis. Die Bilder in unserem Kopf sind die eigentlichen Strippenzieher unserer Biologie.

SPEAKER_02

Richtig. Und das bringt uns direkt zu Placebo und äh, Nocebo. Peer Review, die medizinische Datenlage ist da eindeutig. Placebo ist keine reine Einbildung, sondern messbare Neuroimmunbiochemie, ausgelöst durch pure Erwartung. Nocebo verschlimmert reale Symptome durch, naja, reine Bedrohungsbilder.

SPEAKER_01

Warte, da muss unbedingt die absolute Punchline der Quelle rein. Dein Nervensystem liest Bilder nicht Fußnoten. Exakt.

SPEAKER_02

Lass uns wie ein starker Baum sein, der seine Wurzeln tief in das Unbewusste gräbt und. Stopp! Die Quelle nennt vier ganz konkrete Funktionen der Imagination: Schützen, Verbinden, Energie geben und gestalten. Lass uns die im schnellen Pingpong durchgehen.

SPEAKER_01

Okay, ich fange an. Erstens, Schützen. Du baust dir einen inneren Burggraben, so eine richtig dicke Festungsmauer, hinter der dein überreiztes System einfach mal tief ausatmen kann.

SPEAKER_02

Mechanismus. Senkung der sympathischen Übererregung, also Fight of Light, wird gedimmt. 2. Verbinden. Wie der kleine Junge im Erdbeben. Genau. Du webst unsichtbare Fäden zu jemandem, der dir extremen Halt gibt. Selbst wenn du physisch komplett isoliert im Dunkeln sitzt.

SPEAKER_01

Hypothese. Das reguliert dein autonomes Nervensystem durch die Aktivierung von Bindungsnetzwerken. Drittens, Energie geben.

SPEAKER_02

Du gießt innerlich quasi literweise heißen Kaffee in deine eingefrorenen Glieder, um diese Erstarrung, dieses eisige Traumagefühl endlich wegzuschmelzen. Biologische Mobilisierung gegen den Freeze-Zustand, exakt. Und viertens, Gestalten. Jede Brücke, jeder verdommte Stuhl war zuerst ein inneres Bild, bevor er physisch gebaut wurde.

SPEAKER_01

Das noch nicht wird spürbar. Als würdest du mit den Fingern schon über die Lehne dieses noch unsichtbaren Stuhls streichen.

SPEAKER_02

Wir müssen hier dringend den Kontext der Autoren klären. Alexandra Kleeberg ist archetypische Gruppentherapeutin.

SPEAKER_01

Sie arbeitet also stark junianisch. Ja, und das ist unfassbar wichtig. Diese Resonanz kommt nämlich aus ihrer echten Praxiserfahrung in der Gruppe. Da lernen die Leute, die Welt von innen zu betrachten. Sie setzen sich quasi eine magische Brille auf und erkennen plötzlich ganz reale Schutz- und Helferkräfte in ihrem Alltag.

SPEAKER_02

Sie erleben das in der Gruppe als echten kollektiven Prozess, nicht als graue Theorie. Aber wie bringen wir das jetzt in die Praxis? Klebergs hat dieses 90-Sekunden-Protokoll. Idioten, also anwenderfreundlich.

SPEAKER_01

Haha, sag ruhig idiotensicher. Aber ich mach's seelenfreundlich. Also Schritt 1, Erdung. Du fokussierst dich auf die verlängerte Ausatmung, lässt die gestaute Luft wie einen schweren Seufzer entweichen.

SPEAKER_02

Direkte Vagusnervstimulation durch die Atmung. Dann Schritt 2 und 3. Du wählst dein Bild, vielleicht eben deine eigene unsichtbare Krankenschwester und verkörperst es. Du musst die physiologische Veränderung messen, also spüren.

SPEAKER_01

Du lässt diese Figur quasi direkt in dein Wohnzimmer treten. Und im vierten Schritt setzt du einen Anker. Eine kleine zärtliche Geste, zum Beispiel einfach die Hand aufs Herz legen, um das Gefühl einzufangen.

SPEAKER_02

Aber was, wenn ich im absoluten Akutstress bin? Da reicht die Zeit oft nicht für 90 Sekunden. Dafür gibt es die 60 Sekunden SOS-Variante.

SPEAKER_01

Oh ja, das ist wie das Ziehen der Notbremse im Zug. Ein knallhartes Stopp. Dann benennst du den Raum, Tisch, Fenster, Lampe. Du nagelst dich im Hier und Jetzt fest. Dann feuert der präfrontale Kortex, also diese exekutiven Funktionen. Stopp, jetzt klingst du wie mein Spreadsheet, mach's bildhaft. Mein Kurzcheck sagt, das ist gerade viel zu technisch. Erwischt. Also gut. Du holst dir nach dem äußeren Stop nur einen winzigen Hauch deines hilfreichen Bildes, wie einen kühlen Luftzug an einem drückend heißen Tag. Dann eine Mikrobewegung, vielleicht den verkrampften Kiefer etwas lösen und wieder die rettende Ankergeste.

SPEAKER_02

Das führt uns direkt zur 30-Tage-Challenge aus dem Text. Jeden Tag 90 Sekunden. Immer dasselbe Bild, immer derselbe Anker. Ein reines, pragmatisches Forschungsprojekt an der eigenen Neuroplastizität, ganz ohne Perfektionswahn. Mit dem Codesatz, ich bin geführt, ich bin verbunden, ich kann handeln.

SPEAKER_01

Ein starkes Mantra, das dir sofort das Steuer zurückgibt. Und damit sind wir beim Kernsatz, dem man sich am besten auf die Stirn titubieren sollte. Imagination, nicht zum Fliehen, zum Fühlen, Handeln verwandeln.

SPEAKER_02

Dem habe ich analytisch nichts hinzuzufügen.

SPEAKER_01

Das System ist in sich logisch, die Biologie stimmt.

SPEAKER_00

Reflexion.