💎 Rohdiamant

#12 Begeisterung als Lebenselixier

Dr. Alexandra Kleeberg

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💎 Wir leben in einer Zeit, in der Gesundheit zum Projekt geworden ist: messen, tracken, optimieren. Aber was, wenn genau das Stress macht – und uns schwächt?
In dieser Folge geht es um ein anderes „Supplement“: Begeisterung. Nicht als Spruch, sondern als Medizin: weniger Cortisol, mehr Lebendigkeit, mehr Verbindung – zu dir, zu anderen, zur Welt.

Außerdem lade ich dich ein, den BLOG zu dieser Podcast-Folge zu lesen und mir deine Gedanken in den Kommentaren zu hinterlassen.

#Begeisterung #Longevity #BlueZones #Lebendigkeit #Stress 

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Herzlichst
— Dr. Alexandra Kleeberg —

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#Rohdiamant #Psychotherapie #Gruppentherapie #AlexandraKleeberg #Imagination2punkt0 #Archedynamik #Transformation

SPEAKER_00

Wir Menschen haben viele Facetten, kantig und kraftvoll. Willkommen bei Rotdiamant. Stell dir bitte zwei Menschen vor. Der erste steht morgens.8 auf und schluckt 40, 50 Pillen, Vitamine, Mineralien, Omega-3, Probiotika, Adaptogene. Er trägt seine Schritte, misst seinen Schlaf, optimiert seine Ernährung, Gesundheit ist sein Projekt. Der zweite regelt sich, öffnet das Fenster, riecht frische Luft, trinkt Kaffee, geht spazieren, lacht über irgendwas Banales und lebt. Welcher meinst du, ist gesünder von den beiden? Die Antwort könnte dich überraschen, denn wir leben in einer Zeit, in der Gesundheit zu einem Konsum gut geworden ist. Etwas, das man kaufen, messen, zählen kann. Aber was, wenn genau das uns krank machen kann? Was, wenn Gesundheit keine Optimierung braucht, sondern einfach Leben, Begeisterung, Verbindung. Diese Selbstoptimierung hat ein großes Paradoxon. Je mehr wir über Gesundheit wissen, desto kränker scheinen wir zu werden. Wir haben heute mehr Wissen über Ernährung als je zuvor und mehr Essstörungen. Wir haben mehr Fitness-Tools und mehr Bewegungsmangel. Wir haben so viele Achtsamkeits-Apps und mehr Stress. Vielleicht, weil wir Gesundheit als Problem behandeln, als etwas, das permanent überwacht, korrigiert, verbessert werden muss. Aber was macht das mit uns? Die Forschungen zur Psychoneuroimmunologie zeigen da etwas Faszinierendes. Chronischer Stress und eben auch Gesundheitsstress schwächt. Das Immunsystem, ständige Selbstüberwachung, kann dieselben Stressreaktionen aktivieren wie echte Bedrohungen. Mit anderen Worten, wer permanent kontrolliert, ob er gesund ist, riskiert genau dadurch, eventuell krank zu werden. Ich habe mich viel mit den Blue Zones auf dieser Erde beschäftigt, den Orten, wo die Menschen außergewöhnlich lange gesund leben. Das ist Sardini, Okinawa, Ikaria, Loma Linda ist eine soziale Insel, da funktioniert das auch, das gesunde Leben. Und wenn man sich diese Regionen anschaut, dann findet man, was erstaunlich ist. Niemand dort trägt seine Schritte, niemand zählt Kalorien, niemand nimmt 50 Supplements. Was machen die Menschen stattdessen? Sie essen, was in der Nähe wächst. Sie bewegen sich natürlich beim Gehen, Gärtnern, Tanzen. Sie leben in Gemeinschaft. Sie lachen viel, sie haben Sinn. Dort lebt man nicht gesund, um gesund zu sein. Man lebt so, dass Gesundheit ganz natürlich ist. Und genau das ist ein fundamentaler Unterschied. 20, 30 Prozent unserer Gesundheit hängt wahrscheinlich von den Genen ab. Der viel größere Teil entsteht durch Lebensweise, durch unsere Emotion, durch soziale Verbindung, durch Dankbarkeit, durch Freude. Vor einer ganzen Weile gab es ein Gespräch vor einem Fitnessstudio. Da gab es einen jungen Mann, der richtig knackig, muskulös, durchtrainiert aussah. Und er bot an einem Tisch Nahrungsergänzungsmittel und Döschen mit Getränken und so weiter an. Eine Frau kommt vorbei und er fragt sie, was nimmst du so? Was kann ich dir anbieten? Sie zögert und sagt, ich nehme Sonne, ich nehme Wind und ab und zu einen Apfel. Er war völlig perplex. Dann hat er gelacht. Und dieses Lachen war vermutlich der gesündeste Moment seines Tages. Warum ich dies erzähle, Gesundheit ist keine Formel. Sie ist ein Grundzustand, ein natürlicher Zustand von der Verbindung zu uns selbst, zu anderen zur Welt. Und manchmal entsteht diese Verbindung in einem Lachen, wie in diesem Gespräch, in einem Moment echter Begegnung. Begeisterung, Dankbarkeit, Verbindung ist große Medizin. Ja, Begeisterung ist zum Beispiel eine ganz wirksame Form von Gesundheitsvorsorge. Und das meine ich nicht als Metapher, sondern das ist wirklich messbar. Wenn Menschen sich freuen, verändert sich ihre Biochemie. Dopamin und Serotonin steigen, Cortisol sinkt, das Immunsystem wird aktiver, Entzündungsmarker gehen runter, Zellen regenerieren sich besser. Begeisterung zum Beispiel, Freude produziert ähnliche Effekte wie viele Medikamente, die sie nur imitieren. Und mehr noch, Freude, Begeisterung ist ansteckend. Menschen, die erfüllt sind vom Leben, verändern die Atmosphäre um sich herum. Und sie machen dadurch auch andere Lebendiger, einfach durch ihre Präsenz. Und das ist keine Esoterik, das ist soziale Psychone-Neuroimmunologie. Es gibt einen Unterschied auch in unserem Nervensystem, ob wir leben oder ob wir überleben. Das ist Parasympathicus, Sympathicus. Und vielleicht ist der größte Irrtum unserer Zeit dieser. Wir verwechseln häufig Leben mit Überleben. Überleben heißt, und viele leben so, Risiken minimieren, Kontrolle maximieren, sich absichern. Leben heißt Bewegung, Begegnung, Begeisterung, Risiko, auch mal unvernünftig sein. In diesen Blue Zones können wir das sehen. Die ältesten Menschen dort sind nicht die vorsichtigsten. Sie sind die Lebendigsten, sie tanzen, sie lachen, sie streiten, sie lieben, sie optimieren nicht ihr Leben. Sie leben es. Und genau dadurch bleiben sie gesund. Und so möchte ich dich einladen, das auch weiterzugeben. Was wäre, wenn du oder dein Klientel aufhörst, Gesundheit als Projekt zu sehen, als Ziel und anfängst, es als Ausdruck, als Grundlage zu nehmen. Gesund sein heißt Leben. Ich lebe, also bin ich. Leg vielleicht einfach mal dein Handy weg, geh raus, schau in den Himmel, atme Grenzenlosigkeit ein, spüre deinen Körper. Verbinde dich mit deinem Inneren und mit dem Funkeln des Himmels. Keine Kontrolle, habe ich genügend Schritte gemacht, sondern habe ich heute etwas Neues gefühlt, hat sich was bewegt in mir. Nicht war meine Ernährung optimal, sondern hat sie mir geschmeckt. Nicht bin ich produktiv genug, sondern war ich lebendig, war ich heute überhaupt präsent. Ich glaube, wir sind so viel mehr als Biochemie. Wir sind Geschichten, wir sind Bewegung, wir sind Licht, wir sind Neugierde, wir sind Lachen, wir sind Liebe, wir sind Teil eines großen, lebendigen Ganzen. Und dieses Ganze braucht meistens keine hundert Pillen am Tag. Es braucht uns wach, verbunden, begeistert, dankbar. Gesundheit ist nicht das Gegenteil von Krankheit. Gesundheit ist die Fähigkeit, wirklich vital zu leben, trotz allem. Und sie beginnt dann, wenn wir aufhören, gestresst zu sein und zu optimieren, sondern entspannen und leben. Also lass uns aufhören zu analysieren, lass uns tanzen, statt zu trecken, lass uns lachen, statt zu zählen. Lass uns das Leben endlich wirklich so ernst nehmen, dass wir es leicht nehmen können. Es geht auch nicht um Alter, es geht um Vitalität. Du weißt ja, es gibt Menschen, die sind jung und innerlich alt, und es gibt Menschen, die sind alt, aber innerlich jung. Der Unterschied sind nicht die Pillen, sondern die Art, wie diese Menschen leben, wie sie freudvoll, dankbar, begeistert leben. Auf geht's! Oh Diamant, kantig und kraftvoll. Abonniere und teile gerne collectivefeeling.com