💎 Rohdiamant
Wissen. Inspiration. Übungen. Gespräche.
Was ich in 40 Jahren gelernt habe, gehört nicht in eine Schublade. Es gehört zu dir.
Hier teile ich, was wirkt: Erkenntnisse aus der Praxis. Impulse, die hängen bleiben. Kleine Übungen für den Alltag. Und manchmal Gespräche mit Menschen, die mich inspirieren.
Ein Podcast für Menschen nicht nur aus Gesundheitsberufen, Coaching und Bildung, die neue Tools und Ansätze entdecken. Für Menschen, die ihre Fähigkeiten erweitern wollen, mit inneren Bildern zu arbeiten, mit Gruppen zu arbeiten, Menschen zu mehr Authentizität und in ihr Potenzial zu verhelfen.
Der Podcast besteht aus zwei sich abwechslenden Formatteilen:
- Dem eigentlichen Podcast von Dr. Alexander Kleeberg über Imagination, ´Regulation, Transformation Gruppentherapie und Archedynamik®, jeden Mittwoch ab 6:00 Uhr morgens als Impuls - und
- einem Experiment: der Podcast über den Podcast in Form eines Dialogs zwischen zwei Charakteren mit künstlicher Intelligenz Adam & Iris (A.I.) immer Samstag ab 8:00. A & I diskutieren die Inhalte des Podcasts von Alexandra aus zwei unterschiedlichen Blickwinkeln:
- Einmal der klassischen Psychotherapie
- Zum anderen aus Sicht der ressourcenorientierten Tiefenpsychologie
Es geht nicht darum, dass eine Seite Recht bekommt, sondern über die kontroverse Debatte neue Erkenntnisse über beide Denk- und Therapierichtungen und Inspirationen für die eigene Arbeit mit Menschen zu bekommen sowie zur weiteren Debatte in den Kommentaren zum Podcast anzuregen.
Wenn wir es denn verdienen - wir freuen uns über 5-Sterne Bewertungen auf deiner Podcast Plattform, wenn du den Podcast teilst, wenn du ihn abonnierst und wenn du ihn unterstützt.
Auf geht's.
Herzlichst
Dr. Alexandra Kleeberg
Collective Healing Institut - https://collectivehealing.com
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/selbstheilung/
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#6 Die unsichtbare Pflegerin
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Text
Herzlichst
— Dr. Alexandra Kleeberg —
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Mehr von Dr. Alexandra Kleeberg und vom Collective Healing Institut auf https://collectivehealing.com
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#Rohdiamant #Psychotherapie #Gruppentherapie #AlexandraKleeberg #Imagination2punkt0 #Archedynamik #Transformation
Wir Menschen haben viele Facetten, kantig und kraftvoll. Willkommen bei Rotdiamant. Heute möchte ich dir von einer Krankenschwester erzählen, die es nie gab und darüber wie Imagination Leben retten kann. Stell dir bitte einen Ort vor, in dem Beton zu Staub zerfällt, ein Erdbebengebiet. Die ganze Stadt ist betroffen, überall Staub. Menschen rufen, Menschen graben, verzweifelt, tagelang. Und dann, nach mehr als zehn Tagen wird ein kleiner Junge lebend aus den Trümmern geborgen, ausgehungert, eingeklemmt. Es ist kaum zu fassen, dass er noch lebt, dass er noch atmet. Ein Helfer beugt sich zu ihm hinunter und fragt, wie hast du das nur geschafft? Und der Junge antwortet ganz ruhig, es war die ganze Zeit eine nette Krankenschwester da. Sie hat mir Wasser gegeben. Sie hat mit mir gesprochen. Sie hat mich beruhigt. Aber seit du da bist, ist sie weg. Da war niemand, kein Mensch konnte zu ihm gelangen. Und doch war da jemand für ihn real, tröstend, schützend, lebensspendend. Diese Geschichte berührt eine Wahrheit, die wir oft unterschätzen. Imagination ist nicht Flucht, Imagination ist Kraft. Sie kann Halt geben, sie kann Orientierung schenken, ja, sie kann Biologie, Neurobiologie verändern und manchmal kann sie Leben retten. Wir reden oft über Imagination so, als sei sie bloß Kopf-Kino. Als wäre sie etwas, das man sich leistet, wenn man Zeit hat oder wenn man gerade mal kreativ ist. Oder auch etwas, was man nicht so ernst nehmen sollte. Aber Imagination ist kein Luxus. Sie ist verkörpertes Erleben. Sie ist Bild, Klang, Geruch, Geschmack, Gefühl im Körper. Sie ist ein inneres Wahrnehmungsorgan, das unser Nervensystem in Echtzeit beeinflusst. Für mich ist Imagination ein Sinnesorgan. Unsichtbar ja, aber real und auch belebbar, trainierbar. Und wir nutzen es, finde ich, viel zu selten im Alltag und auch in der therapeutischen Praxis. Vielleicht denken wir eher, mein Gehirn ist etwas Komisches, unterscheidet nicht zwischen echt und vorgestellt. Aber unser Gehirn ist nicht komisch, unser Gehirn ist genial. Genau weil es nicht so strikt trennt. Diese Fähigkeit ist kein Fehler, sie ist ein Geschenk, auch ein Geschenk unserer Evolution. Sie macht Lernen, sie macht Hoffnung, sie erschafft Kreativität und Veränderung. All das wird erst dadurch möglich. Lass uns eine Mini-Mini-Mini-Übung machen. Du kennst sie vielleicht schon. Stell dir eine frische gelbe Zitrone vor. Du schneidest sie durch, du nimmst sie in die Hand, du riechst sie und du lutst sie. Und du beobachtest, was passiert. Ja, du merkst, der Speichelfluss wird belebt, der Mund wird wässrig und vielleicht zieht sich auch deine Zunge zusammen oder du sagst, uh. Es gibt verschiedene Reaktionen. Es ist nur ein Beispiel, wie eine Imagination Biologie beeinflusst, ausgelöst von inneren Bildern. Imagination ist kein Als, Imagination ist eine Erfahrung. Was innen geschieht, wirkt in den Körper und über den Körper wirkt es nach außen. Wir sehen es ganz deutlich in der Placebo- und Nocebo-Forschung. Placebo ist Neuroimmunologie, Hoffnung, Erwartung. Innere Bilder aktivieren messbare Prozesse im Körper. Und Nocebo zeigt die andere Seite, Bedrohungsbilder, negative Erwartungen, auch die können Symptome erzeugen, Schmerz verstärken, Stresshormone hochfahren. Ganz real. Und dann gibt es das, was mich in der Praxis sehr berührt. Bilder von innerer Geborgenheit. Denn die beruhigen das autonome Nervensystem. Innere Verbundenheit senkt Stressreaktion. Positive innere Vision bauen neue neuronale Pfade. In diesem Zustand kann Selbstheilung gelingen. Das heißt, wenn wir die Imagination bewusst kultivieren, kann sie einige Dinge leisten. Erstens, Imagination kann schützen. Sie kann einen inneren Ort erschaffen, an dem unser System aufatmet. Nicht, weil die Welt dort draußen plötzlich perfekt wäre, sondern weil innen ein Raum entsteht, der trägt. Das kennen wir auch von der Traumaforschung, der sichere Ort. Zweitens, Imagination kann verbinden, sie kann Beziehung geben, selbst wenn wir gerade allein sind. Wir können uns andere Menschen, andere Wesen vorstellen. Und das ist nicht romantisch, sondern existenziell. Verbundenheit ist Regulation. Drittens, Imagination kann Energie freisetzen, sie kann Kräfte verfügbar machen, wenn wir erstarrt sind und uns klein machen. Wir brauchen nur die Bilder, die das beleben. Und viertens, Imagination kann gestalten, sie kann Zukunft entwerfen und dadurch Veränderung schon im Vornherein spürbar machen. Und genau das ist der Anfang von Bewegung, von Transformation. Das klingt vielleicht groß, aber es sind viele kleine, ganz reale Schritte. Schau doch mal um dich herum. Alles in deinem Raum entstand mal in einer Imagination. Sei es der Stuhl, sei es das Licht, sei es das Bett, sei es das Kochrezept. Alles Menschen gemacht, da hat seinen Ursprung in der Imagination eines Menschen. Wir alle haben Imagination auf unterschiedlichen Sinneskanälen. Und die Frage ist, wie können wir sie mehr nutzen? Ja, wie können wir sie beleben? Ja, das ist möglich. Und ich halte das auch für existenziell wichtig, um aus diesen engen Blasen herauszukommen, in denen wir uns häufig befinden. Das erste ist, wir erden uns mit drei tiefen Atemzügen und die Ausatmung darf ein bisschen länger sein als das Einatmen. Langes Ausatmen beruhigt das Nervensystem. Zweitens, dann wählen wir ein Bild, ein heilendes, ein hilfreiches Bild, eine Person, einen Ort, ein Symbol, die unsichtbare Krankenschwester. Etwas, das uns Geborgenheit vermittelt. Und drittens, dann verkörpern wir dieses Bild. Wir machen es sinnlich, wir sehen es, wir hören es, wir spüren es, wir schmecken es, wir fühlen es im Körper, sodass es zu einer Erfahrung wird. Und viertens, dann können wir einen Anker setzen, eine kleine Geste, zwei Finger zusammen, eine Hand aufs Herz, irgendetwas Unauffälliges. Ich habe Leute, die haben hier ihren Lichtschalter und daran denken sie, wenn es darum geht, in einen anderen Modus kommen zu wollen. Das ist alles, das sind ein, zwei Minuten täglich. Die können wir wiederholen und wiederholen und wiederholen vor schwierigen Gesprächen, vor Prüfungen, vor dem Einschlafen, vor einer neuen Situation. Und wenn wir es ganz schnell wollen, dann machen wir nur einen Atemzug. Dann benennen wir drei Dinge im Raum, dass das Bewusstsein in diese Realität dort außen kommt. Tisch, Fenster, Lampe. Damit sagen wir unserem Nervensystem, hier sind wir jetzt. Und dann lassen wir ein hilfreiches Bild auftauchen, einen Hauch davon. Eine Mikrobewegung, dass die Schultern sinken, die Kiefer sich lösen und die Anker-Geste setzen. Das ist noch weniger als 60 Sekunden. Und dein Nervensystem merkt es sofort. Nicht als Wunder, sondern als Regulation. Für den Jungen im Erdbebengebiet, in diesem Trümmern war die Krankenschwester real. Sie gab Wasser, sie gab Worte, sie gab Ruhe. Sie gab Geborgenheit. Entscheidend ist, sie wirkte. Und deshalb ist meine Einladung an dich heute. Glaub an Magie. Spüre sie. Sie ist real. Und erlebe dieses neue Sinnesorgan. Belebe es, kultiviere es. Denn wir alle tragen diese unsichtbare Krankenschwester in uns. In diesem Sinne auf geht's. Oh Diamant, kantig und kraftvoll. Abonniere und teile gerne. Collectivefeeling.com